Warum hier fast keine Prozentzahlen stehen
Zu jedem Kurz-Check gehören drei bis fünf Funde, die wichtigsten Punkte des jeweiligen Betriebs. 129 der 163 Berichte haben genau drei. Wer zehn Baustellen hat, bekommt dieselben drei Zeilen wie jemand mit dreien.
Ein daraus abgeleiteter Satz wie „53 Prozent haben keine Überschrift“ wäre gut lesbar und trotzdem erfunden. Eine Prozentzahl steht hier deshalb nur da, wo wir sie für jeden der 163 Betriebe einzeln festgehalten haben.
Die sechs Muster auf einen Blick
| Muster | Was wir sehen | Grundlage |
|---|---|---|
| 1. Der Auftritt gehört jemand anderem | 9 von 163 Betrieben, Median-Score 35 statt 53 | Feld |
| 2. Die Überschrift sagt nichts | 86 Funde, je zur Hälfte fehlend und inhaltsleer | Funde |
| 3. Für Maschinen steht dort nichts | 99 Funde, 74 fehlend und 25 fehlerhaft | Funde |
| 4. Der Inhalt liegt im Bild | 11 Funde, meist Karte oder Preisliste | Funde |
| 5. Veraltetes steht ganz oben | 10 Funde, abgelaufene Termine und Hinweise | Funde |
| 6. Niemand zählt mit | 69,3 Prozent ohne jede Besuchermessung | Feld |
Zeilen mit „Funde“ zählen Befunde aus den Berichten und keine Betriebe: ein Betrieb kann mehrfach vorkommen, und weil jeder Bericht nur die wichtigsten drei bis fünf Punkte nennt, liegt die tatsächliche Verbreitung höher. Zeilen mit „Feld“ sind für jeden der 163 Betriebe einzeln erhoben und damit belastbar.
Muster 1: Der Auftritt gehört jemand anderem
Bei 9 der 163 Betriebe führt die eigene Adresse woandershin oder ins Leere: Sie leitet jeden Aufruf auf ein Instagram-Profil weiter, oder sie zeigt die Parkseite des Anbieters mit der Überschrift „Diese Domain ist bereits registriert“. Bei einem weiteren Betrieb gehört die Seite unter seinem Namen einem Lieferdienst-Portal, mit Speisekarte, Öffnungszeiten und Impressum.
Diese neun haben einen Median-Score von 35, der ganze Bestand liegt bei 53. Sechs von ihnen werden in der KI-Antwort auf eine offene Kundenfrage gar nicht genannt, über alle 163 Betriebe trifft das etwa vier von zehn. Ein Fund dazu: „Sämtliche Angaben über euch stammen von Dritten: Kartendiensten, Bewertungsportalen, Verzeichnissen.“ Für euch heißt das: Jede Empfehlung, die dort ankommt, zahlt auf eine fremde Seite ein.
Der naheliegende Verdacht wäre der Homepage-Baukasten. Er trägt nicht: 15 Betriebe haben eine eigene Seite bei einem Baukasten-Anbieter, meist Jimdo, Median-Score 52, in den KI-Antworten unauffällig. Es zählt eigener Inhalt unter der eigenen Adresse.
Muster 2: Die Überschrift ist da und sagt nichts
Die H1 ist die Zeile, an der Suchmaschinen und KI-Systeme ablesen, worum es auf einer Seite geht. Sie ist das häufigste Thema in unseren Berichten: 86 Funde in 163 Berichten betreffen die Überschrift, 43 davon beschreiben eine Startseite ohne jede H1, 43 eine, die da ist und nichts aussagt. Die Zahlen zählen Funde und nicht Betriebe, ein Betrieb kann mehrfach vertreten sein. Aus der ersten Hälfte: „Im gerenderten Zustand gibt es null H1 auf der Seite, bei 682 Wörtern Text.“
Die zweite Hälfte ist die interessantere, weil dort schon jemand etwas hingeschrieben hat. „Die einzige H1 eurer Startseite lautet: Veranstaltungen.“ Anderswo standen mehrere kreative, aber vage Überschriften („Ein Ort für alle*s“) statt einer klaren Zeile, die Leistung und Ort nennt. Für euch heißt das: Ein Satz mit Leistung und Ort an dieser Stelle ist Arbeit von zehn Minuten. Wie er mit dem Seitentitel zusammenspielt, steht im Wissens-Bereich.
Muster 3: Für Maschinen steht dort nichts
Strukturierte Daten helfen Suchmaschinen und anderen Systemen, die zentralen Angaben einer Seite maschinenlesbar einzuordnen. Name, Adresse, Öffnungszeiten und, sofern jemand sie auszeichnet, weitere Angaben zum Angebot lassen sich damit ausdrücklich maschinenlesbar hinterlegen, statt dass ein System sie aus dem Fließtext erschließen muss. 74 Funde beschreiben eine Seite, auf der diese Auszeichnung ganz fehlt, 25 weitere eine, auf der sie da ist und die falschen Dinge sagt. Auch das sind Funde und keine Betriebe.
Der zweite Fall ärgert mehr, weil die Arbeit dort schon gemacht wurde. „Die Seite liefert genau einen strukturierten Datensatz, und der sagt nur, dass es eine Website gibt.“ Bei einem anderen wurden WebSite, Person, Project und ContactPoint ausgelesen, also alles außer dem Eintrag, der den Betrieb als Betrieb ausweist. Ein dritter vereint Architekturbüro, Ferienwohnungen, Eventraum und Hochzeitsfahrten, für Maschinen ist davon nichts greifbar.
Für euch heißt das: Jedes Angebot, das nur im Fließtext steht, muss die Maschine erraten. Was hineingehört, steht in unserem Artikel zu strukturierten Daten.
Muster 4: Der Inhalt liegt im Bild
Elf Funde beschreiben Inhalt, den es gibt, der aber nicht dort steht, wo jemand ihn sucht. Ein PDF wird durchaus indexiert, und aus einer Grafik lässt sich Text auslesen. Nur beantwortet beides die Frage nicht an der Stelle, an der sie gestellt wird: auf der Seite selbst, als Text. „Die Karte liegt als PDF zum Download, im Seitentext selbst stehen keine Gerichte.“ Bei einem anderen Betrieb liegt unter der Adresse für die Preisliste eine einzige Grafik mit sämtlichen Preisen und Dauern. Ein verlinktes PDF haben wir geöffnet: 16 Seiten, 15,7 Megabyte, 86 eingebettete Bilder.
Für euch heißt das: Wer nach einem Gericht mit Preis sucht, landet bei dem Betrieb, der es als Text auf der Seite hat.
Muster 5: Ganz oben steht noch der Betriebsurlaub vom Juli
Zehn Funde beschreiben Inhalt, der einmal gestimmt hat. Die Überschrift dieses Abschnitts stand fast wörtlich auf einer Startseite, der Zeitraum war beim Prüfen seit Wochen vorbei. Ein Betrieb listete 18 Termine, wir haben jeden einzeln abgerufen: zwölf lagen in der Vergangenheit, zwei hießen TEST.
Für euch heißt das: Die ersten Zeilen der Startseite sind der beste Platz, den ihr habt, und ein abgelaufener Hinweis belegt ihn.
Muster 6: Niemand zählt mit
Bei jedem Check sehen wir nach, welche Messwerkzeuge im Browser tatsächlich starten. Das steht als eigenes Feld im Bestand, deshalb ist die Zahl hier hart: gut zwei Drittel der Betriebe messen ihre Besucher gar nicht. Bei 10 weiteren läuft etwas, das nichts zählt, ein Tag Manager ohne Analytics-Tag, ein abgeschaltetes Universal Analytics, ein Werbe-Pixel. In einem Fall lief der Tag-Manager-Container sauber, danach ging kein einziger Messwert hinaus, auch nicht nach Zustimmung zum Banner. Das Werkzeug ist eingebaut und tut nichts.
| Besuchermessung | Betriebe | Anteil |
|---|---|---|
| gar kein Werkzeug eingebunden | 113 | 69,3 % |
| Werkzeug da, zählt aber nichts | 10 | 6,1 % |
| Messung läuft | 40 | 24,5 % |
Zum Vergleich: Die SEO-Küche hat im März 2026 524 Autohaus-Domains geprüft, 200 davon (gut 38 Prozent) ohne einen einzigen Tracking-Dienst. Gezogen wurde dort aus den Google-Top-100 der 15 größten Städte, also aus einer Branche mit Budget für Sichtbarkeit. Unser Bestand ist der lokale Durchschnitt einer Kleinstadt. Der Abstand ist interessant, aber er ist kein Branchenvergleich: Auswahl, Branche und Region unterscheiden sich in beiden Erhebungen erheblich, und daraus einen strukturellen Unterschied abzuleiten, wäre mehr, als die zwei Zahlen hergeben.
Für euch heißt das: Ohne Messung bleibt jede Änderung an der Website eine Vermutung, auch die Frage, ob überhaupt jemand vorbeikommt.
Was wir daraus mitnehmen
Die auffälligsten Probleme sind nicht exotisch. Sie liegen fast immer auf der eigenen Website, und sie lassen sich in fünf Fragen fassen: Ist die eigene Adresse erreichbar und trägt sie eigenen Inhalt? Steht in der ersten Zeile, worum es geht? Ist das, wofür ihr gesucht werdet, als Text da und nicht nur als Bild? Sind die zentralen Angaben maschinenlesbar hinterlegt? Und lässt sich messen, was danach passiert?
Keine dieser Fragen braucht ein Budget. Sie brauchen jemanden, der sie einmal stellt.
Was die eigene Seite leisten kann
Die Reihenfolge aus diesen Prüfungen ist jedes Mal dieselbe: zuerst die eigene Adresse mit eigenem Inhalt, dann die Überschrift der Startseite, dann das, wofür ihr gesucht werdet, als Text, danach Datenblock und Messung. Wo diese Arbeit an ihre Grenze kommt, haben wir getrennt gemessen: In unserer Erhebung zur KI-Sichtbarkeit liegen zwischen den Betrieben, die eine KI klar empfiehlt, und denen, die sie übergeht, im Website-Score ganze fünf Punkte. Den Rest tragen Bewertungen, Verzeichnisse und Erwähnungen außerhalb der eigenen Domain.
Methode
Zeitraum und Umfang. 163 Kurz-Checks, erhoben zwischen dem 16.07.2026 und dem 27.08.2026. Schwerpunkt ist Lüneburg und Umgebung, dazu einzelne Betriebe aus Hamburg, Uelzen und dem Elbtal. Ein Kurz-Check ist ein kostenloser Blick ohne Auftrag: Startseite im echten Browser, Quelltext, Sitemap, strukturierte Daten, Messwerkzeuge, dazu eine echte KI-Suchanfrage für den Markt des Betriebs.
Was die Zahlen bedeuten. Die Fundzahlen oben (43 und 43, 74 und 25, elf und zehn) zählen Funde und keine Betriebe, die tatsächliche Verbreitung liegt höher. Prozente stammen ausschließlich aus Feldern, die bei jedem Check einzeln gesetzt werden: Besuchermessung, KI-Ergebnis, Website-Score von 0 bis 100. „Messung läuft“ heißt dabei, dass beim Aufruf im Browser tatsächlich ein Werkzeug startet, das Besucher zählt; ein Tag Manager ohne Analytics-Tag, ein reiner Werbe-Pixel oder ein abgeschaltetes Altkonto zählen nicht mit und stehen als eigene Zeile in der Tabelle. Der Website-Score ist unsere eigene Bewertung aus den Punkten, die wir bei jedem Check gleich prüfen, und kein Wert von Google oder einem fremden Werkzeug.
Zur Vergleichszahl. SEO-Küche, Webanalyse-Studie 2026, Autor Michael Magura, Erhebung am 11.03.2026: 524 Autohaus-Startseiten automatisiert aufgerufen, mit simulierter Zustimmung, geprüft auf 20 Analyse-Anbieter. Agenturstudie ohne wissenschaftliche Begutachtung, aber mit Autor, Methode, Datum und Fallzahl.
Grenzen und Namen. Der Datensatz ist eine Momentaufnahme je Betrieb; welche Maßnahme welche Wirkung hat, lässt sich daraus nicht ableiten. Die Stichprobe ist gewachsen statt gezogen, also kein Querschnitt der Region. Einzelne Betriebe nennen wir nicht, die Zitate sind gekürzt und um Namen, Adressen und Domains bereinigt. Gerechnet wurde mit einem Auswertungsskript im Projekt.
Häufige Fragen
Warum stehen hier fast keine Prozentzahlen?
Weil ein Prüfbericht drei bis fünf Funde festhält, die wichtigsten Punkte des Betriebs, und keine vollständige Mängelliste. 129 der 163 Berichte haben genau drei. Ein Satz wie „53 Prozent haben keine Überschrift“ würde daraus eine Vollerhebung machen, die es hier nicht gibt.
Ist ein Homepage-Baukasten das Problem?
15 Betriebe haben eine eigene Seite bei einem Baukasten-Anbieter, meist Jimdo. Ihr Median-Score liegt bei 52, der Gesamtbestand bei 53, und in den KI-Antworten fallen sie nicht auf. Auffällig sind die 9 Betriebe, deren Adresse nur weiterleitet: dort liegt der Median bei 35.
Sind das die schlechtesten Betriebe der Region?
Die Stichprobe ist gewachsen und nicht gezogen: die Betriebe, die uns begegnet sind, quer durch Gastronomie, Handel, Handwerk und Dienstleistung. Der Median-Score liegt bei 53, die Spanne reicht von 18 bis 97.
Wie oft aktualisiert ihr die Zahlen?
Der Bestand wächst mit jedem Kurz-Check. Ab etwa 250 Prüfungen erscheint eine zweite Auflage mit derselben Auswertung, statt diese Seite still zu überschreiben. Deshalb trägt jede Zahl hier ihren Stand.