Die Zahlen auf einen Blick
| Zahl | Was sie misst | Wer, wo, wann |
|---|---|---|
| 39,8 % | Befragte, die im vergangenen Monat eine KI für die lokale Suche genutzt haben | Yext, 909 Befragte in Deutschland, die lokal suchen, Frühjahr 2026 |
| 27 % | Befragte, die wegen einer KI-Empfehlung einen neuen Betrieb vor Ort besucht haben | Yext, dieselbe Umfrage |
| 52 % | Befragte, die in den letzten 30 Tagen mit einer KI einen Betrieb vor Ort gefunden haben, im Vorjahr 9 % | SOCi, gut 1.000 Befragte in den USA, 2026 |
| 67 % | KI-Nutzer, die mindestens einmal falsche Angaben zu einem Betrieb bekommen haben | SOCi, dieselbe Umfrage |
| 81 % | prüfen nach einer KI-Empfehlung noch etwas, bevor sie den Betrieb kontaktieren | SOCi, dieselbe Umfrage |
| −23,1 % | Klickrate stark betroffener Websites in Frankreich, neun Tage nach dem Start der KI-Übersichten | Ahrefs, 963 Websites, Juli 2026 |
| 82,91 % | US-Ergebnisse am Desktop mit KI-Übersicht bei der Suche nach einem Markennamen | Ahrefs, 29. September 2026 |
| 110 von 296 | Betriebe aus Lüneburg und Umgebung, die in der KI-Suche gar nicht genannt werden | Unsere Kurz-Checks, Stand 19. Oktober 2026 |
Wie viele in Deutschland eine KI für die lokale Suche fragen
Die einzige Zahl speziell für Deutschland, die wir gefunden haben, stammt von Yext. In einer Online-Umfrage im Frühjahr 2026 gaben 39,8 Prozent von 909 Befragten in Deutschland an, im vergangenen Monat eine KI für die lokale Suche genutzt zu haben. 27 Prozent haben wegen einer KI-Empfehlung einen neuen Betrieb vor Ort besucht. Bei den Werkzeugen führt laut Yext ChatGPT vor Gemini, und Perplexity ist in Deutschland häufiger vertreten als in den anderen Märkten der Region.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Gefragt wurden nur Menschen, die überhaupt lokal suchen, und Yext nennt die Ergebnisse selbst eine Richtung, die sich nicht auf die Bevölkerung hochrechnen lässt. Außerdem verkauft Yext Software für lokale Sichtbarkeit. Welche KI-Dienste in Deutschland insgesamt genutzt werden, zeigen repräsentative Erhebungen von Bitkom und Splendid Research, zusammengefasst im Artikel Welche KI nutzen deine Kunden wirklich?.
Wie oft die KI danebenliegt, gemessen in den USA
SOCi hat für seinen Local Discovery Index 2026 gut 1.000 Menschen in den USA befragt, gewichtet nach Alter, Geschlecht und Einkommen, veröffentlicht Anfang September. 52 Prozent haben in den 30 Tagen davor mit einer KI einen Betrieb vor Ort gefunden, im Vorjahr waren es 9 Prozent. Von denen, die KI nutzen, haben 67 Prozent mindestens einmal falsche Angaben über einen Betrieb bekommen, und 30 Prozent sagen, dass ihnen das echte Unannehmlichkeiten bereitet hat.
Bemerkenswert ist, was danach passiert. Nach einer KI-Empfehlung prüfen laut SOCi 81 Prozent noch etwas, bevor sie den Betrieb kontaktieren, am häufigsten die Bewertungen. Nur 19 Prozent gehen von der Empfehlung direkt zum Anruf. Auch SOCi verkauft Software für lokale Betriebe, und die Zahlen gelten für die USA.
Was KI-Übersichten mit den Klicks machen
In Frankreich gibt es Googles KI-Übersichten seit dem 22. Juli 2026. Ahrefs hat für 963 Websites die Daten aus deren Search Console verglichen, 28 Tage vor dem Start gegen neun Tage danach. Über alle Websites sank die Klickrate im Median um 5,7 Prozent. Bei Websites, für deren Suchen in mehr als einem Fünftel der Fälle eine KI-Übersicht erscheint, fiel sie von 2,29 auf 1,76 Prozent, also um 23,1 Prozent. Gegen eine Vergleichsgruppe kaum betroffener Websites gerechnet, beträgt der Effekt 24,8 Prozent.
Neun Tage sind ein kurzer Zeitraum, und Ahrefs will die Messung wiederholen. Für Deutschland hat Google keine eigenen Zahlen veröffentlicht. Die Richtung ist trotzdem deutlich: Wo die KI-Übersicht die Frage beantwortet, klicken weniger Menschen auf die Ergebnisse darunter.
Wie oft die KI-Übersicht bei Markensuchen oben steht
Ahrefs hat außerdem gezählt, wie oft Google bei der Suche nach einem Markennamen eine KI-Übersicht zeigt. Am 29. September waren es 82,91 Prozent der Ergebnisse am Desktop in den USA, im Mittel des Septembers 73,3 Prozent, nach 65,1 Prozent im August und 61,3 Prozent im Juli. In einer Stichprobe aus 100 Weltmarken hatten Ende September 63 Suchen nach dem Markennamen eine KI-Übersicht, 48 davon an erster Stelle. Wer in den USA nach einer Marke sucht, sieht also immer öfter zuerst eine Zusammenfassung.
Die KI greift selbst zum Telefon
Zwei Funktionen zeigen, wohin Google will. In den USA testet Google „Call for Me“. Gemini ruft dabei im Auftrag der Nutzer bei einem Betrieb an, fragt etwa nach, ob ein Produkt vorrätig ist, reserviert einen Tisch oder verschiebt einen Termin. Laut Googles Hilfe stellt sich Gemini am Telefon als KI-Assistent von Google vor. Vorerst gilt das nur für Besitzer eines Pixel 11 mit bezahltem Abo, berichtete TechCrunch am 24. September. In Großbritannien hilft der KI-Modus seit April beim Reservieren in Restaurants. Er zeigt eine Auswahl mit direkten Links, gebucht wird bei Partnern wie TheFork oder OpenTable.
Für Deutschland gibt es für beides kein Datum. Eine KI, die anruft oder bucht, braucht aber eine Telefonnummer und Öffnungszeiten, die stimmen, und einen Buchungsweg, den sie findet. Beides lässt sich schon heute auf der Website und im Google-Profil in Ordnung bringen.
Was wir selbst in Lüneburg messen
Für unsere Kurz-Checks fragen wir echte KI-Dienste nach Betrieben, abgemeldet und mit Fragen, wie sie Kundschaft stellt. Bis zum 19. Oktober haben wir so 296 Betriebe in und um Lüneburg gemessen. 110 davon werden in der KI-Suche gar nicht genannt, 66 nur am Rand, zusammen 176 von 296. Das ist keine repräsentative Stichprobe, denn welche Betriebe wir prüfen, hängt an Anfragen und an unserer eigenen Auswahl. Sie zeigt aber, dass die Umfragen hier einen Gegenpart haben: Mehr als ein Drittel der Betriebe aus der Gegend nennt die KI gar nicht.
Was das für einen Betrieb hier heißt
Aus den Zahlen folgt vor allem eine Reihenfolge. Zuerst sollten die Angaben stimmen, die eine KI weitergibt, also Öffnungszeiten, Telefonnummer, Adresse und Leistungen auf der Website, im Google-Profil und in den Verzeichnissen. Danach lohnt es sich zu prüfen, ob die KI den eigenen Betrieb bei typischen Fragen überhaupt nennt. Wie das ohne Werkzeug geht, steht im Artikel So prüfst du, ob dich die KI schon empfiehlt.
Weil in der US-Umfrage acht von zehn nach einer KI-Empfehlung noch einmal nachsehen, am häufigsten in den Bewertungen, bleiben auch die Bewertungen wichtig. Wie du sie sammelst, ohne Regeln zu brechen, steht im Artikel Google-Bewertungen ehrlich sammeln.
Stand der Zahlen
Alle Zahlen haben wir am 19. Oktober 2026 an ihrer Quelle nachgelesen. Die Umfrage von SOCi liegt als großes PDF vor, die Werte hier stammen aus SOCis eigener Zusammenfassung im Blog.
Häufige Fragen
Gibt es Zahlen zur KI-Suche speziell für Deutschland?
Für die lokale Suche über KI ist die Yext-Umfrage vom Frühjahr 2026 die einzige, die wir gefunden haben: 39,8 Prozent der Befragten, die lokal suchen. Welche KI-Dienste insgesamt genutzt werden, zeigen repräsentative Erhebungen von Bitkom und Splendid Research. Eine Messung der Klickraten wie in Frankreich hat Google für Deutschland nicht veröffentlicht.
Wie verlässlich sind Umfragen von Softwareanbietern?
Yext und SOCi verkaufen beide Software für lokale Sichtbarkeit und haben ein Interesse an hohen Zahlen. Beide legen aber offen, wen sie gefragt haben, und Yext nennt die eigenen Ergebnisse ausdrücklich eine Richtung. Als Größenordnung taugen sie, als genaue Messung nicht.
Verliere ich durch KI-Übersichten Besucher?
Die Messung aus Frankreich spricht dafür, vor allem bei Websites, deren Suchen oft eine KI-Übersicht auslösen. Für einen lokalen Betrieb zählt dazu, ob er in der Übersicht selbst genannt wird. Das zeigt der KI-Bericht in der Search Console.
Ruft bald eine KI bei mir an?
In den USA testet Google das mit „Call for Me“, vorerst nur für Besitzer eines Pixel 11 mit bezahltem Abo. Gemini stellt sich dabei als KI-Assistent von Google vor. Für Deutschland gibt es kein Datum.