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Technik · Aus den Kurz-Checks

Fünf technische Fehler, die wir in Kurz-Checks finden, und wie du sie selbst prüfst

· 7 Min. Lesezeit

Bis Mitte Oktober haben wir in unseren Kurz-Checks 296 Betriebe in und um Lüneburg geprüft. Ein Teil der Funde betrifft Technik, die dem Betrieb selbst kaum auffällt, weil er die eigene Seite immer auf demselben Weg öffnet.

Für die meisten Prüfungen reicht ein anderer Weg auf die eigene Seite: ein privates Browserfenster, die Adresse ohne www, das Handy oder eine Suche mit site: bei Google.

Die fünf Fehler im Überblick

FehlerWas dabei passiertSo prüfst du es
Testkopie öffentlichGoogle und die KI finden zwei Fassungen und verlinken unter Umständen die falscheBei Google nach site:deine-domain.de suchen und auf Vorsilben wie test. oder dev. achten
Ohne www kein ZugangWer die kurze Adresse tippt oder einem solchen Link folgt, landet vor einer FehlermeldungBeide Varianten im privaten Fenster aufrufen
Wartungsseite seit WochenBei anhaltenden Serverfehlern nimmt Google die Seiten schließlich aus dem IndexStartseite und eine Unterseite im privaten Fenster öffnen
Feste Breite im ViewportAuf dem Handy erscheint die Desktop-Seite verkleinertSeite am Handy öffnen oder im Quelltext nach viewport suchen
Alte Adresse nach dem UmzugZwei Anschriften auf einer Website, eine KI muss sich eine aussuchenBei Google site:deine-domain.de und den alten Straßennamen suchen

1. Die Testkopie ist öffentlich

Viele Websites haben eine zweite Fassung, auf der Änderungen ausprobiert werden, oft unter einer Adresse mit test. oder dev. vor dem eigentlichen Namen. In einem unserer Kurz-Checks nannte ChatGPT eine Website als Empfehlung, und im Text stand die richtige Adresse. Der Link führte aber auf die Testkopie. Sie war ohne Passwort erreichbar, für Suchmaschinen offen und trug Seitentitel und Beschreibung, die auf der echten Seite fehlten.

Google schreibt zu solchen Inhalten: „Wenn du auf deiner Website vertrauliche oder private Inhalte hast, musst du sie mit einem Passwort schützen“. Das hält Google und jeden anderen Crawler draußen, weil keiner das Passwort kennt. Hat die Kopie ausgedient, leitet sie am besten auf die echte Seite weiter. Ist sie besser beschriftet als das Original, lohnt es sich, Titel und Beschreibung von dort zu übernehmen.

2. Ohne www bricht die Verbindung ab

Viele tippen eine Adresse ohne „www“ ein, und manche Links im Netz zeigen genau auf diese Variante. In einem Kurz-Check führte die Adresse mit „www“ zur Website. Ohne „www“ brach der verschlüsselte Verbindungsaufbau ab, und der Browser zeigte eine Warnung. Wer einem solchen Link folgte, landete vor einer Fehlermeldung.

Ein Abbruch an dieser Stelle deutet auf ein Zertifikat, das nur die Variante mit www abdeckt. Beide Adressen sollten auf derselben Seite landen, die eine per Weiterleitung auf die andere. Das kann der Hoster einrichten, und danach reicht ein zweiter Aufruf im privaten Fenster als Probe.

3. Die Wartungsseite bleibt wochenlang stehen

Während eine neue Website entsteht, zeigen manche Domains auf jeder Adresse eine Wartungsseite. In einem unserer Kurz-Checks war das so, eine Woche später lief dort die neue Seite. Für ein paar Tage ist das vertretbar, für Wochen zu lang.

Google empfiehlt für eine kurze Pause den Statuscode 503 und nennt dafür einen Zeitraum: „Wenn du die Website für ein bis zwei Tage unbedingt deaktivieren musst, gib eine Fehlermeldung mit dem HTTP-Antwortcode 503“ zurück. Hält der Fehler an, bleiben bereits indexierte Seiten laut Google „vorerst im Index, werden aber schließlich entfernt“, und den Inhalt einer solchen Seite ignoriert Google. Für eine längere Umbauphase rät Google zu einer Platzhalter-Startseite mit dem Statuscode 200, die sich indexieren lässt. Ein Betrieb lässt deshalb am besten die alte Seite stehen, bis die neue fertig ist, oder stellt wenigstens eine einfache Seite mit Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer online.

4. Auf dem Handy erscheint die Desktop-Seite in klein

Manche Website wirkt auf dem Handy wie ein verkleinertes Foto ihrer Desktop-Fassung, und wer etwas lesen will, muss heranzoomen. Die Ursache kann in einer einzigen Zeile im Kopf der Seite stecken, dem Viewport. In einem Kurz-Check stand dort auf jeder Unterseite eine feste Pixelbreite.

Fehlt die passende Angabe, bauen mobile Browser eine Seite laut web.dev in Desktop-Breite auf und verkleinern sie dann. Die empfohlene Zeile lautet <meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1">, und damit nimmt die Seite die Breite des Geräts an. Prüfen kannst du es am Rechner, indem du view-source: vor die Adresse setzt und im Quelltext nach „viewport“ suchst. Steht dort eine Zahl statt device-width, ist das ein Fall für deine Webdesignerin oder den Support deines Baukastens.

5. Nach dem Umzug steht die alte Adresse noch auf einer Seite

In einem Kurz-Check war ein Betrieb umgezogen. Die Seite zum Laden nannte die neue Adresse, die Kontaktseite weiter den alten Laden, der längst geschlossen war. Ein Mensch fragt vielleicht nach. Eine Suchmaschine oder KI findet zwei Anschriften auf derselben Website und muss sich für eine entscheiden, und alte Einträge in Branchenverzeichnissen machen die falsche wahrscheinlicher.

Nach einem Umzug lohnt deshalb die Suche nach der alten Straße auf der eigenen Website, bei Google mit site:deine-domain.de und dem Straßennamen dahinter. Danach ziehst du Kontaktseite, Impressum, Fußzeile und Google-Profil gleich. Warum einheitliche Angaben so viel ausmachen, steht im Artikel NAP-Konsistenz: warum widersprüchliche Betriebsdaten dich Kunden kosten.

Die 20 Punkte einer Website-Checkliste, sortiert

Im Netz kursieren Checklisten dazu, was eine Website alles braucht. Eine davon nennt 20 Punkte, von der eigenen 404-Seite bis zum Cookie-Banner. Sinnvoll sind alle, für die Frage, ob Google und die KI dich finden, aber sehr verschieden wichtig. Wir haben sie deshalb danach sortiert, wer sie liest.

Das lesen Google und die KI

  • Ein eigener Seitentitel für jede Seite. Wie ein guter aussieht, steht in Title und Meta-Description, die geklickt werden.
  • Echte Kontaktdaten mit Adresse und Telefonnummer, überall gleich geschrieben.
  • Eine Darstellung, die sich dem Handy anpasst. Dazu gehört der Viewport aus Fehler 4.
  • Kleine Bilddateien. Wie das im Browser geht, zeigt die Anleitung Ein Bild verkleinern, bevor du es hochlädst.
  • Eine Sitemap, die alle Seiten auflistet.
  • Eine robots.txt, die Suchmaschinen und KI-Crawlern sagt, was sie abrufen dürfen.
  • Alt-Texte, die beschreiben, was auf einem Bild zu sehen ist.

Das sieht man vor dem Klick

  • Die Beschreibung unter deinem Titel im Suchergebnis, die Meta-Description.
  • Das Favicon, das kleine Symbol neben deinem Namen.
  • Das Vorschaubild, das erscheint, wenn jemand deine Seite in einem Chat oder sozialen Netzwerk teilt.

Das merkt, wer schon da ist

  • Ein Knopf zum Anrufen oder Anfragen gleich oben auf der Seite.
  • Auf dem Handy ein Knopf, der beim Scrollen mitläuft.
  • Ladeanzeigen, wenn etwas einen Moment dauert.
  • Verständliche Fehlerhinweise im Formular.
  • Eine Danke-Seite nach dem Absenden.
  • Eine 404-Seite, die weiterhilft, etwa mit einem Link zur Startseite.

Das hat andere Gründe als das Ranking

  • Datenschutzerklärung
  • AGB
  • Cookie-Banner
  • Webanalyse

Ob und in welcher Form du Datenschutzerklärung, AGB und Cookie-Banner brauchst, klärst du mit deiner Rechtsberatung. Mit einer Webanalyse siehst du, wie viele Menschen kommen und was sie auf der Seite tun.

Wer wenig Zeit hat, fängt mit der ersten Gruppe an. Ob Google und die KI dich finden, entscheidet sich zuerst bei Titel, Kontaktdaten, Handy und Tempo, und die dritte Gruppe macht danach aus Besuchern Kundschaft.

Von unseren fünf Fehlern steht nur die feste Breite auf dieser Liste, als Darstellung auf dem Handy. Die anderen vier fehlen darin, obwohl jeder von ihnen beeinflusst, was Google und die KI über dich weitergeben.

Was die fünf gemeinsam haben

Jeder dieser Fehler bleibt dem Betrieb verborgen, solange er seine Seite auf dem gewohnten Weg öffnet: mit www, am Rechner, über die Startseite. Suchmaschinen und KI-Dienste kommen auf allen Wegen, auch über alte Links und über Kopien, die eigentlich niemand sehen sollte. Was sie dort finden, geben sie weiter, im Suchergebnis oder als Link in einer Antwort.

Die fünf Prüfungen aus der Tabelle oben sind in etwa einer Viertelstunde erledigt, und einmal im Quartal reicht. Wer eine zweite Meinung möchte, bekommt sie im kostenlosen Kurz-Check.

Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, ob es eine öffentliche Testkopie meiner Website gibt?

Frag die Agentur oder den Dienstleister, der die Seite gebaut hat, ob es eine Test- oder Entwicklungsfassung gibt und unter welcher Adresse. Zusätzlich zeigt eine Suche nach site:deine-domain.de bei Google, welche Adressen unter deiner Domain bekannt sind, auch solche mit test. oder dev. davor.

Muss meine Website mit und ohne www erreichbar sein?

Beide Adressen sollten funktionieren, wobei eine dauerhaft auf die andere weiterleitet. So gibt es die Seite nur einmal, und jeder Link kommt an. Welche Variante die Hauptadresse ist, ist zweitrangig, solange sie überall gleich verwendet wird.

Wie lange darf eine Wartungsseite stehen?

Google nennt für eine Pause mit dem Statuscode 503 ein bis zwei Tage und rät bei längeren Pausen zu einer Platzhalter-Startseite mit dem Statuscode 200. Ein paar Stunden Wartung sind damit unproblematisch, eine Wartungsseite über Wochen kostet Sichtbarkeit.

Was ist der Viewport?

Eine Zeile im Kopf jeder Seite, die dem Browser sagt, wie breit er die Seite aufbauen soll. Mit width=device-width richtet sie sich nach dem Bildschirm des Geräts, mit einer festen Zahl nach dieser Zahl.

Kostenlos

Willst du wissen, was wir bei dir finden?

Wir machen einen kostenlosen Kurz-Check deiner Website: die drei Dinge, die dich gerade am meisten Sichtbarkeit kosten, bei Google und in KI-Antworten.

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